Intensive Übung für den Ernstfall

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Bad Nenndorf,

Anfang April führten Teile der Ortsverbände HH-Harburg und HH-Nord eine standortverlagerte Zivilschutzübung durch.

Ziel der Übung mit dem Namen „Vigilance Scarlet“ war die Feststellung des Ausbildungsstandes der beteiligten Teileinheiten in den Bereichen Suchen, Retten und Bergen von Menschen sowie die dafür erforderlichen Unterstützungsaufgaben wie Führung und die feldmäßige Unterbringung von Einsatzkräften.

Ab dem Ostermontag wurden tägliche Lagemeldungen an die Helferinnen und Helfer eingespielt. Angenommen wurde der im Rahmen einer unangekündigten Militärübung durchgeführte Angriff auf den baltischen Teil der NATO-Ostflanke mit sehr kurzer Vorlaufzeit für die Verteidiger. Mit hybriden Maßnahmen wie Terroranschlägen, Cyberangriffen und letztendlich dem Beschuss von militärischer und Verkehrsinfrastruktur versuchte der Feind die durch Deutschland laufende Verlegung von alliierten Verbänden zu stören. Dabei wurde angenommen, dass auch zivile Gebäude getroffen worden sind. 

Aus dem 1. Technischen Zug (TZ) OV HH-Harburg und dem 2. TZ OV HH-Nord wurde ein Fachzug Bergung aufgestellt und nach Anforderung des Landkreises Schaumburg in einen Bereitstellungsraum (BR) auf dem Übungsgelände des Landesverbandes Bremen / Niedersachsen (LV HB/NI) in Bad Nenndorf verlegt. Das modulare System des THW ermöglicht das Bilden von lageangepassten Einheiten. Die Verlegung erfolgte im geschlossenen Verband. Dazu fand am Mittwoch eine Onlineausbildung zum Verhalten in der Marschkolonne statt. 

Nach Erreichen des BR am Freitag und Beziehen der feldmäßigen Unterbringung stellte die Fachgruppe Ortung (O) ihre Ausstattung und Fähigkeiten vor. Anschließend gingen die Kräfte in die Nachtruhe.

Nach dem Frühstück am Samstag bezogen die Einsatzkräfte einen weiteren BR in der Nähe des Übungsgeländes. Aus diesem fuhren sie dann nach Abruf durch die Führungsstelle THW die zugewiesenen Einsatzstellen auf dem Gelände an. Laut Übungslage war zu diesem Zeitpunkt der Verteidigungsfall festgestellt.

Schwerpunkt der Einsatzaufträge bildete die Menschenrettung. Die Verletzten wurden sowohl durch Darsteller als auch Dummys simuliert. Um einen maximalen Ausbildungserfolg zu erreichen wurden die einzelnen Lagen von allen Gruppen einmal durchlaufen und nach jedem Durchgang fand eine kurze Nachbesprechung mit den Übungsbeobachtern statt. Die Beobachter waren erfahrene Führungskräfte aus dem OV Hannover / Langenhagen. 

Die Fachgruppe Notversorgung / Notinstandsetzung (FGr N) richtete eine Verletztensammelstelle ein und betrieb diese. Aufgrund der angenommenen Lage stand kein Rettungsdienst zur Verfügung und die Verletzten konnten erst in den Nachtstunden abtransportiert werden. 

Die FGr O und die Bergungsgruppen, inklusive einer Fachgruppe Schwere Bergung (FGr SB), führten die eigentlichen Rettungsarbeiten durch. Dabei wurden bekannte und vertraute Rettungsmethoden wie Leiterhebel oder schiefe Ebene eingesetzt, um Personen auch aus oberen Etagen retten zu können. Kellerräume wurden aktiv be- und entlüftet, um zu vermeiden, dass sich in diesen Räumen gefährliche Schadstoffkonzentrationen bilden. Ebenfalls konnten diverse Geräte zum Verletztentransport eingesetzt werden, vom klassischen Schleifkorb über die Bergeschleppe bis hin zum einfachen Bergetuch. Die Helferinnen und Helfer schonten sich dabei nicht und krochen durch enge Röhren, verwinkelte Gänge und überwindeten auch unzugängliche Treppenräume. Dabei wurden die Gruppen auch durchmischt eingesetzt, um die Zusammenarbeit zu testen und zu fördern.

Während der Abarbeitung der Einsatzmaßnahmen führten die Übungsbeobachter einen Drohnenüberflug von außerhalb des Geländes durch um die Schutzmaßnahmen gem. taktische Einsatzleitlinien zu überprüfen. Alle Helferinnen und Helfer suchten umgehend nach Warnung eine geeignete Deckung auf und verblieben dort bis zur Entwarnung. 

Alle Einsatzstellen konnten bis zu den Abendstunden abgearbeitet und anschließend die Einsatzbereitschaft in den Gruppen wiederhergestellt werden. Der Tag klang danach mit einem gemeinsamen Grillen aus.

Am Sonntagmorgen gab es dann noch einen Workshop zum Thema „taktische Medizin“. Inhalte waren das Zonenkonzept, der Blood-Sweep und die Vorstellung von Mitteln zur Blutstillung. Danach wurde die feldmäßige Unterbringung zurückgebaut und das Gelände gereinigt. 

Anschließend ging es wieder im geschlossenen Verband zurück in die Hansestadt.

Wir bedanken uns beim OV Hannover / Langenhagen für die Unterstützung der Übung.    

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