Neustadt in Holstein, 17.09.2017

SAREx 2017 - Seenotrettungsübung in der Neustädter Bucht

THW mit gemischter Besatzung zu Gast bei den Seenotrettern,

Am vergangenen Wochenende haben drei Helfer unserer Fachgruppe Wassergefahren an der Übung "SAREx Neustadt 2017" teilgenommen. "SAREx" steht für Search and Rescue Excercise - Also eine Such- und Rettungsübung. Ausgerichtet wurde diese Übung von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Die Seenotretter - DGzRS). Dazu stellte der THW Ortsverband Hamburg-Eimsbüttel ein Mehrzweckarbeitsboot, konnte aber kurzfristig nicht genug Personal stellen. Hier zeigte sicher wieder einmal der Vorteil der standardisierten Ausbildung des THW: Aus unserem Ortsverband sprangen zwei Bootsführer und ein Kranführer ein um das Boot zu besetzen - Die Zusammenarbeit der gemischten Mannschaft aus zwei Ortsverbänden funktionierte reibungslos.

Für die Übung hat die DGzRS ein Übungs-MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) eingerichtet. Im Ernstfall koordiniert die DGzRS die Seenotrettung vor den deutschen Küsten mit seinem MRCC in Bremen. Für die Übung wurde ein eigenes MRCC eingerichtet um nicht in den normalen Betrieb einzugreifen. Die an der Übung beteiligten Boote fuhren also am Freitag Morgen das erste mal hinaus auf die Ostsee - wie im Ernstfall auch wussten die Teilnehmer nicht was sie erwarten würde. Über UKW-Seefunk wurde dann vom Übungs MRCC ein weitergeleiteter Notruf (Mayday Relay) durchgegeben: Über der Neustädter Bucht ist ein Kleinflugzeug von der Luftraumüberwachung verschwunden. Die letzte bekannte Position wurde mitgeteilt und der Hinweis, daß der Funkkontakt abbrach nachdem der Pilot Motorprobleme meldete. Natürlich wurden diese Funksprüche als Übung gekennzeichnet, damit zufällig mithörende Schiffe nicht von einem Ernstfall ausgehen.

Daraufhin meldeten sich alle Fahrzeuge in der Nähe (also in diesem Fall die Übungsteilnehmer) mit allen für die Suche und Rettung wichtigen Informationen und boten ihre Unterstützung an. Nachdem durch das MRCC ein sogenannter "On Scene Coordinator" - also die Führungseinheit vor Ort - bestimmt wurde übernahm dieser die Führung der Einheiten und organisierte die Suche. Es wurde ein Suchverband gebildet: Die an der Suche beteiligten Schiffe fahren dabei alle parallel mit einem definierten Abstand und mit gleicher Geschwindigkeit ein Suchmuster in dem Gebiet ab, in dem vermisste Personen vermutet werden und halten Ausschau nach diesen Personen.

Wenn Objekte oder Personen gesichtet werden geht darüber eine Meldung an das Führungsfahrzeug und dieses entscheidet wie eine Rettung oder Bergung durchgeführt werden soll. 

Es folgten weitere Übungsszenarien mit verschiedenen Schwerpunkten zur Übung - am Samstag Nachmittag wurde ein besonders komplexes Szenario mit vielen Verletzten eingespielt: Zwei Boote sind havariert, eines davon mit vielen Fahrgästen besetzt. Dieses Fahrzeug hat ein Leck und droht mit Personen an Bord zu sinken. Außerdem war davon auszugehen das bei dem Zusammenstoß der beiden Boote auch Personen über Bord gegangen sind.

Dabei hat die "RUND" (Realistische Unfall und Notfall Darstellung) Gruppe der DLRG Goch mit hervorragend hergerichteten Mimen die Verletzten gestellt. So eine realistische Darstellung macht eine Übung viel realitätsnäher als würde nur mit Puppen, sogenannten Dummies, gearbeitet. Auch bei diesem Szenario konnte das THW unterstützen in dem zwei Helfer auf den Havaristen mit den vielen Verletzten übergesetzt wurden um mit Erste Hilfe Maßnahmen durchzuführen. Das Mehrzweckarbeitsboot - jetzt nur noch mit zwei Personen besetzt - hat dann weiter nach Personen im Wasser gesucht. Auf eine Sichtung von einem Polizeiboot hin konnten wir mit dem wendigen Kleinboot zügig zu einer Person im Wasser eilen.

Nachdem alle vermissten Personen gefunden waren wurde das havarierte Fahrzeug von einem Seenotrettungskreuzer in den Hafen geschleppt, wo das Deutsche Rote Kreuz eine Anlandestelle für die verletzten Personen eingerichtet hatte. Hier wurden diese zur weiteren medizinischen Betreuung an den Landrettungsdienst übergeben.

Auch wenn ein solches Kleinboot, wie es das THW betreibt, sicher nicht an die Seegängigkeit eines Sennotrettungsbootes heranreichen kann, so hat sich doch gezeigt dass auch solche kleinen Boote einen sinnvollen Beitrag in der Seenotrettung leisten können. Sei es bei der Suche in Ufernähe wo das Wasser zu flach für größere Einheiten ist oder als Transportmittel um Personen oder Material schnell von einem Ort zum anderen zu bringen.

Wir danken der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für die Einladung zu dieser Übung. 

Beteiligte Organisationen an dieser Übung: DGzRS, THW, Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein, Bundespolizei, DLRG, DRK.


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